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In 21 Tagen

Walther Rathenau und der Vertrag von Rapallo (1922)

Deutschland und Sowjetrussland befanden sich Anfang der 20er Jahre außenpolitisch in der Isolation. Deutschland wurde trotz des Versailler Friedensvertrages vom 28. Juni 1919 von den Siegermächten des Ersten Weltkrieges, vor allem von Frankreich, immer noch mit großer Feindseligkeit behandelt.

Referent: Prof. Dr. Klaus-Peter Todt, Mainz
Deutschland und Sowjetrussland befanden sich Anfang der 20er Jahre außenpolitisch in der Isolation. Deutschland wurde trotz des Versailler Friedensvertrages vom 28. Juni 1919 von den Siegermächten des Ersten Weltkrieges, vor allem von Frankreich, immer noch mit großer Feindseligkeit behandelt. Alle Bemühungen von Außenminister Walther Rathenau mit Frankreich zu einer Verbesserung der Beziehungen zu gelangen, wurden vom französischen Ministerpräsidenten Raymond Poincaré abgelehnt. Auch Sowjetrussland (noch nicht die Sowjetunion, die erst durch den Staatsvertrag von drei Unionsrepubliken am 30. Dezember 1922 gebildet wurde) begegneten die Westmächte, die im russischen Bürgerkrieg zunächst die sog. „Weißen“, die Gegner der Bolschewiki, und dann im polnisch-russischen Krieg Polen militärisch unterstützt und die Regierung Lenins bis dahin diplomatisch nicht anerkannt hatten, mit demonstrativer Ablehnung. In dieser Situation lag es für das Deutsche Reich und Sowjetrussland auf der Hand, durch einen Vertrag, in dem beide Seiten auf Reparationen verzichteten, die diplomatischen Beziehungen wieder aufnahmen und sich gegenseitig in den beiderseitigen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen die Meistbegünstigung einräumten, aus der Isolation durch die Siegermächte des Ersten Weltkrieges auszubrechen. Über das am 16. April 1922 während der Weltwirtschaftskonferenz in Genua in Rapallo unterzeichnete Abkommen war bereits seit 1921 zwischen deutschen und sowjetrussischen Diplomaten intensiv verhandelt worden. Die sog. Pyjamakonferenz in der Nacht vom 15. auf den 16. April 1922 in Rapallo brachte dann den Durchbruch, so dass der Vertrag dann bereits am nächsten Tag von Vertretern beider Seiten unterzeichnet werden konnte. Er leitete eine Phase intensiver Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion ein, der schließlich auch auf militärisches Gebiet ausgedehnt wurde und u. a. der Reichswehr die Entwicklung von Waffen ermöglichte (Flugzeuge und Panzer), deren Besitz ihr eigentlich vom Versailler Vertrag verboten war. Diese Phase der deutsch-sowjetischen Kooperation endete erst mit der verhängnisvollen Ernennung Hitler zum Reichskanzler durch den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg am 30. Januar 1933.
Eintritt: 8,00 € (Abendkasse)
Eine Veranstaltung der Kueser Akademie in Zusammenarbeit mit der vhs Bernkastel-Kues Kurs-Nr.: V 22/05

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