Dein Stadterlebnis Cochem & Zell!

Kultur und Genuss zwischen steilen Weinbergen

Wer den Namen „Mosel“ liest oder hört, denkt häufig sofort an Cochem und Zell. Wahre Touristenmagneten sind sie! Und so viele Menschen können eigentlich nicht irren. Die beiden Kleinstädte haben wirklich viel zu bieten. Aber die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden: Die einen Gäste fühlen sich nur wohl, wenn richtig was los ist, die anderen suchen Ruhe und Beschaulichkeit. Bei unserem Tipp findest du beides! Außerdem legen wir bei diesem Tipp den Schwerpunkt auf die weinkulinarischen und kulturellen Seiten von Cochem und Zell. Lass dich von uns auch zu Ausflügen ins Umland inspirieren, das sehr Reizvolles zu bieten hat.

Die Cochemer Reichsburg

Märchenschloss eines reichen Berliner Bürgers

Ansicht auf die Reichsburg Cochem.

Was wäre Cochem ohne seine Wahrzeichen, die alles überragende Reichsburg? Ihr heutiges Aussehen verdankt die ehemalige Burgruine dem reichen wie kunstverständigen Berliner Unternehmer Louis Ravené, der sie 1868 kaufte und unter Einbeziehung der historischen Bausubstanz im neugotischen Stil wieder aufbauen ließ – als Sommersitz der Familie. Ein märchenhaftes Anwesen, das mit vielen liebevollen Details und immer wieder neuen romantischen Blickwinkeln besticht - ganz abgesehen von der schönen Aussicht ins Moseltal. Lies' unseren Ausflugstipp und fahr' mal hin!

Ansicht auf das Eingangsportal der Reichsburg Cochem.

Übrigens war der ehemalige Burgherr Ravené in eine Berliner Skandalgeschichte verwickelt: Seine deutlich jüngere Ehefrau verliebte sich in einen anderen Mann und brannte mit ihm durch. Ein No-Go zu damaliger Zeit! Prompt ging der Ehebruchskandal in die Literaturgeschichte ein: Er inspirierte Theodor Fontane zu seinem ersten Berliner Gesellschaftsroman „L‘Adultera“. Allerdings fand das Happy End für die jungen Liebenden bei den Leserinnen und Lesern wenig Beifall. „Unzucht“ musste schließlich gesühnt werden. Daher sah sich Fontane gezwungen, eine neue Version zu verfassen, und schrieb seinen berühmten Roman „Effie Briest“.

Geheimnisvoller Bundesbank Bunker...

...für den „Kalten Krieg“ in Cochem

Innenansicht des Bundesbank Bunkers in Cochem.

Nur scheinbar ein ganz normales Wohnviertel: Wenn du vom Stadtzentrum Cochem aus über die Moselbrücke gehst und der Bergstraße auf die Höhe folgst, würdest du sicher nicht vermuten, dass sich hier zwischen den Wohnhäusern ein ehemals streng geheimer unterirdischer Geldspeicher mit Ersatzwährung befindet. Bundesregierung und Bundesbank sorgten damit für den Ernstfall vor: einen atomaren Anschlag oder eine durch Falschgeld in großem Stil erzeugte Hyperinflation. Von 1964 bis 1988 lagerten im Bundesbank-Bunker circa 15 Milliarden D-Mark der Ersatzwährung BBK II, die im Fall einer Krisensituation innerhalb von 14 Tagen die aktuelle Währung ersetzt hätte. Mit dem Ende des „Kalten Krieges“ und der Einführung des Euros wurde diese Ersatzwährung überflüssig. Oder doch nicht? Jedenfalls wurde die Anlage inzwischen zu einem Dokumentationszentrum umfunktioniert, das du im Rahmen einer 1-stündige Führung erkunden kannst. Wenn dir der Fußweg zu anstrengen erscheint, kannst du den BunkerShuttle ab Endertplatz nutzen. Parkplätze gibt es vor Ort keine.

Moderne Architektur und Glaskunst

Blick in Kirchenmittelschiff mit Bänken und Säulen

Die Katholische Kirche St. Martin in Cochem ist eine Oase der Ruhe im quirligen Cochem! Du erkennst sie sofort an ihrem Zwiebelturm. Einzelne Bauglieder reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Was sie aber so besonders macht, ist die moderne Architektur Dominikus Böhms, die besonders im Inneren auffällt. Perfekt ergänzt wird der Raumeindruck von den eindrucksvollen modernen Glasfenstern der beiden bedeutenden Glaskünstlern Graham Jones und Patrick Reyntien aus den Jahren 2009 und 2012.

Dominikus Böhm war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein gefeierter deutscher Architekt, der sich vor allem durch seine Sakralbauten hervortat. Seine zahlreichen Kirchen spannen einen Bogen von der Reformkunst des Jahrhundertbeginns über den Expressionismus bis hin zu den Aufbaujahren nach dem Zweiten Weltkrieg.

Unser Tipp: Nimm teil an der besonderen Erlebnisführung durch die Pfarrkirche St. Martinund lass' dich von Architektur und Glaskunst beeindrucken!
 

Schiffsausflug nach Beilstein

Dieses typische Touristenprogramm solltest du dir nicht entgehen lassen: Nimm ein Ausflugsschiff und fahre nach Beilstein. Das Dorf mit seinem historischen Ortskern ist wie eine Zeitreise! Reste der historischen Stadtmauer mit den ehemaligen Stadttoren und -türmen sind genauso erhalten geblieben wie der mittelalterliche Ortsgrundriss mit seinem zentralen Mittelpunkt: dem Marktplatz mit Zehnthaus und ehemaliger Pfarrkirche.

 
Eine steile Treppe führt hoch zur barocken Pfarrkirche St. Joseph und dem ehemaligen Karmeliterkloster aus dem 17. Jahrhundert. Eine schöne Aussicht erwartet dich hier. Sieh dir auch das Gnadenbild der Schwarzen Madonna in St. Josef an, das ein Anziehungspunkt für viele Pilger ist.

Wenn du nach Stärkung suchst: Zum nostalgischen Ambiente von Beilstein passt sehr gut das Café Klapperburg in einer ehemaligen Dorfbäckerei, die aufwendig und liebevoll renoviert wurde. Kuchen und Torten stammen aus der eigenen Konditorei.

Unser Tipp: Nimm doch an einer unterhaltsamen wie informativen Führung von Rainer Vitz teil.

Hinauf auf den Bremmer Calmont und durch das historische Ediger-Eller

Ein weiteres wunderschönes historisches Moseldorf ist Ediger-Eller. Von Cochem aus bist du mit dem Zug schnell dort: Einfach nur mit der Regionalbahn durch den Kaiser Wilhelm Tunnel fahren (Achtung: Der Regionalexpress hält hier nicht). Am anderen Ende des Tunnels ist schon der Bahnhof! Hier hast du die Wahl: Direkt zur Ortsbesichtigung oder erstmal eine sportliche Herausforderung?

Eine Frau mit Hut sitzt auf dem Bremmer Calmont und schaut hinab zur Moselschleife.
© Instagram @purpurdaria

Letzteres wäre dann eine Klettertour durch den steilsten Weinberg Europas! Nimm den schmalen Pfad rechts hoch und du bist auf dem Calmont-Klettersteig. Er führt dich mit teils alpinen Herausforderungen auf bis zu 300 Höhenmeter. 3 Stunden solltest du für die Tour (Hin- & Rückweg) schon einplanen. Oben angekommen, wirst du mit einer tollen Aussicht auf die enge Moselschleife mit der Ruine von Kloster Stuben belohnt. Viele machen hier ein Selfie für Instagram. Aber sind sie wirklich alle hochgeklettert? Du kannst auch mit dem Auto zu einem nahegelegenen Wanderparkplatz fahren (Anfahrt über die L106 und einen Wirtschaftsweg mit Hinweisschild "Römische Tempelanlage"). Das ist gleichzeitig die Zufahrt zu einer rustikalen Winzer-Einkehr am Gipfelkreuz.

Ins Winzerdorf Ediger-Eller hinein geht’s ab Bahnhof links. Schlendere einfach durch den historischen Ortskern mit seinen schönen Fachwerkbauten. Sieh dir auf jeden Fall die spätgotische Kirche St. Martin mit ihrem goldglänzenden Kirchturm an! Hier findest du auch mehrere gute Gelegenheiten zur Einkehr. Unsere Tipps findest du nachfolgend.
 

Unsere Einkehrtipps

Ansicht auf den Springiersbacher Hof in Ediger-Eller.

Das historische KlostergutSpringiersbacher Hof mitten im alten Ortskern von Ediger beherbergt das Restaurant und Weingut der Familie Borchert. Michael Borcherts Weine wurden bereits vom Weinführer Eichelmann ausgezeichnet. Auf der Speisekarte stehen moseltypische und mediterrane Gerichte, die sich an den Kriterien der Slow Food Bewegung orientieren.

Loungemöbel auf Holzterrasse mit gastronomischem Angebot

Wenn es eher Lounge-Atmosphäre sein soll, findest du am Moselufer in Eller die neue Wein & Genuss-Lounge von Wajos. Neben Tapas werden unter anderem Pasta, Burger, Flammkuchen und Salate aufgetischt, hergestellt mit hochwertigen Zutaten und in vielen Variationen.

Ansicht auf das Restaurant Zum Eichamt in Zell.

Eine weitere hervorragende Einkehr-Adresse ist das Restaurant zum Eichamtin Zell-Merl: Ein nostalgisches, historisches Fachwerkhaus mit einer modernen Frischeküche auf hohem Niveau. Unbedingt zu empfehlen!

Zeit für stilvolle Weinverkostungen

Die edlen Weine vomWeingut Albert Kallfelzin Zell-Merl (Hauptstraße 60) werden dich mit Sicherheit begeistern.Es ist ein Mitgliedsbetrieb im Bernkasteler Ring, dem ältesten existierenden Versteigerungsring Deutschlands. Der Wein-Guide "Der Feinschmecker" zählt es zu den besten Weingütern in Deutschland!

Zu empfehlen ist auch das Weingut Kilian Franzenin Bremm, geführt von einem jungen und sehr engagierten Winzerpaar. Sie bauen hervorragende Weine in den steilen Weinlagen des Bremmer Calmont an. Also unbedingt probieren!

Das Weingut Daxin Ernst wurde 2021 vom Deutschen Weininstitut für seine besonderes schöne und moderne Vinothek ausgezeichnet. Ein toller Rahmen für eine ausführliche Weinverkostung.
 

Interessante Kulturveranstaltungen

Hast du Lust auf Konzerte, Theater, Kleinkunst, Lesungen oder Programmkino? Da gibt es im Raum Cochem-Zell so einiges:

Zum Beispiel im schön restaurierten historischen Kulturzentrum Kapuzinerkloster in der Cochemer Altstadt. Zu den Höhepunkten des Jahres zählen hier sechs Konzerte im Rahmen des Internationalen Klaviersommers. Hier geht's zum Ticketshop!

Historisches Gebäude in den Weinbergen

Kultur auf dem Weingut gibt es im Haus Waldfrieden in Alf mit Rock- und Blueskonzerten, Klassik, Kabarett, Lesungen und Theaterabenden.

Das KulturKino Kaimt in Zell-Kaimt ist ein kleines ehrenamtlich geführtes Programmkino mit einem breiten Filmangebot. Außerdem wird auf einer Bühne Kleinkunst aufgeführt. Es gibt interessante Podiumsgespräche mit Hauptdarstellern sowie Literatur-Lesungen.

Die Stadt Zell entdecken

Durch den Stadtteil Zell-Merl

Am besten stellst du dein Auto in der Nähe derheutigen Pfarrkirche St. Michael ab, die sich am Klosterweg befindet. Der Bau gehörte einst zu einem Minoritenkloster und kann wohl auf das Ende des 13. Jh. datiert werden. Sehenswert ist der Antwerpener Schnitzaltar, um 1520 entstanden. (Achte auf die Öffnungszeiten!)

Von der Kirche aus folgst du der Zandtstraße, in der sich viele historische Wohnhäuser erhalten haben. Vor allem die mittelalterlichen Wohntürme von alten Adelsfamilien sind interessant. Sieh dir vor allem den Wohnturm Zandtstr. 70 an: Er wird auf das Jahr 1328 datiert und gehörte wohl dem Edelknecht Friedrich Mohr vom Wald. Benannt wurde die Straße nach der Familie von Zandt, einem alteingesessenen mächtigen Rittergeschlecht, das wohl einen großen Einfluss auf das gesamte Moseltal hatte. Sie stellte Deutschherren, Tempelherren und Johanniter. Unternimm auch einen kurzen Abstecher zum Friedhof von Merl, der von einem schönen romanischen Chorturm überragt wird. Er stammt noch von der alten Pfarrkirche des Ortes.
 

Zell

Blick auf das Stadtzentrum am Moselufer © Heinz Peierl

Stadtzentrum Zell und Stadtteil Zell-Kaimt

Parke am besten am Moselufer und gehe am Brunnen „Zeller Schwarze Katz“, dem Symbol für die Zeller Stadt- und Weinbaugeschichte, vorbei ins kleine Stadtzentrum. Schnell siehst du das große Rathaus mit der Tourist-Information, dem Wein- und Heimatmuseum sowie der Stadtbücherei. Im Museum erfährst du Interessantes über die Geschichte der Stadt.

Anschließend bummle einfach durch die engen Gassen. Wenn du der Balduinstraße folgst, kommst du an der Kirche St. Peter vorbei, einem interessanten Saalbau von 1786-1793. Biege rechts in die Jakobstraße ein und besuche die ehemalige Synagoge (Eingang: Jakobsstraße 11). Sie ist in einem Gebäude des alten Zeller Schlosses untergebracht. Das Schloss selbst kann man sich allerdings nur von außen ansehen.

Hofanlage mit Fachwerkhäusern

Vom Zeller Moselufer aus solltest du noch über die Fußgängerbrücke zum Stadtteil Kaimt spazieren. Hier erwartet dich der prächtige Gebäudekomplex des Hofes der Boos von Waldeck, indem sich heute das Weingut Treis befindet.

Letzte Ruhestätte großer Kunstsammler

Es muss schon wirklich etwas Besonderes an der Alten Kirche von St. Aldegund sein, wenn sich zwei so reiche und renommierte Kunstsammler wie Peter und Irene Ludwig dort begraben lassen! Ein guter Grund, sie sich anzusehen. Sie liegt etwas erhöht über dem Ort, und du erreichst sie von der Straße "Auf der Teusch" aus auf einem Fußpfad zwischen Weinbergen und Gärten hindurch. Die Grabstätte von Irene und Peter Ludwig ist von außen einzusehen. Wenn du aber die Kirche von innen besichtigen willst, muss du dir im Dorf den Schlüssel ausleihen.

Spezialität: Roter Mosel Weinbergpfirsich

Pfirsichfrüchte am Baum

Der Pfirsich liebt die Sonne, kein Wunder also, dass er sich an der Mosel wohlfühlt! Der Weinbergpfirsich gedeiht mitten unter den Reben auf mineralischem Schiefer, außen ist er rau mit zartem Flaum, innen burgunderrot und aromatisch. Die edle Frucht wird für edle Brände, Likör, Marmelade, Pralinen, Essig, Pesto und andere Köstlichkeiten verarbeitet. Zu kaufen gibt es solche Spezialitäten zum Beispiel beim Weingut Göbel-Schleyer-Erben in Ernst (Klosterstraße 12).

Die Stadt Cochem widmet dem Weinbergpfirsich gleich zwei Feste: einen Blütenmarkt am zweiten Sonntag im April und den Erntemarkt am dritten Wochenende im September.

Unsere Übernachtungstipps

Im Raum Cochem-Zell gibt es natürlich viele Übernachtungsbetriebe – für jeden Geschmack und jedes Budget. Wir empfehlen dir diese beiden:

Das Moselromantikhotel Kessler-Meyerliegt im ruhigen Stadtteil Cochem-Sehl. Das 4-Sterne-Superior Haus hat sich auf Wellness spezialisiert und verfügt über eine Spa Villa mit großzügigen Behandlungsräumen für Massage- und Beautybehandlungen sowie einen Well & Wine Spa mit großem Saunabereich, Schwimmbad und mehr. Auch in weinkulinarischer Hinsicht bist du hier sehr gut aufgehoben.

Wenn du ein exklusives Domizil abseits von touristischem Trubel suchst, bist du in Senhals genau richtig: Aus einem Ensemble historischer Gebäude entstand hier unter der Regie von Norbert und Petra Kohnen das Fünf-Sterne-Refugium „Senhalser Höfe“. Es gibt fünf stilvolle Ferienhäuser und Apartments, einen großen parkähnlichen Garten und eine Liegewiese. Das luxuriöse Plus sind Jacuzzis für Wellness-Auszeiten direkt im eigenen Feriendomizil. Nach wenigen Gehminuten erreichst du den nahe gelegenen Skulpturenpark des regionalen Künstlers Christoph Anders.

Tagesausflug nach Trier

"Der Untergang des Römischen Reiches"ist das Thema der großen Landesausstellung vom 25. Juni bis zum 27. November 2022 in Trier. Drei Museen präsentieren gemeinsamin 31 Ausstellungssälen und auf insgesamt 2.000 qm Fläche eindrucksvolle Exponate und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über das Ende des Imperium Romanum. Trier ist überhaupt eine schöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, daher würde sich ein Tagesausflug durchaus anbieten.

Trier erreichst du von Cochem und Zell aus mit dem Auto in gut einer Stunde. Oder nimm doch einfach den Zug: Die Anbindung ab Cochem ist hervorragend.

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