Der Gin des Lebens
Hochprozentiges von der Mosel
Immer noch nicht den Gin des Lebens gefunden? Dann nichts wie hin zur Mosel. Denn kreative Brenner in der Region punkten mit Sorten, die sie mit Zutaten aus ihrer Heimat veredeln. Von würzig bis floral wird alles geboten.
Lange Zeit hatte der Gin in den Regalen der Bars nichts mehr zu melden. Selbst aus dem klassischen Martini wurde er als Zutat vom Wodka verdrängt. Als treuester Fan galt die rührige Queen Mum.
Doch das angestaubte Image des Wacholderschnapses hat sich um 180 Grad gedreht. Inzwischen trinkt alle Welt Gin - Dank einer enormen Vielfalt von Aromen. Denn längst gibt nicht mehr nur Wacholder den Geschmackston an. Zwar sind die Beeren mit ihrem markanten Duft immer noch die Hauptdarsteller der hochprozentigen Spirituose. Doch daneben kommen allerlei Kräuter, Gewürze, Früchte und andere pflanzliche Zutaten zum Einsatz. Von wegen Schnaps ist Schnaps! Diese sogenannten Botanicals geben jedem Gin seinen einzigartigen Geschmack.
Gin mit Heimatgeschmack
Wer auf der Suche nach dem Gin seines Lebens ist, wird an der Mosel garantiert fündig. Denn in der Region befeuern immer mehr Destillateure den Trend mit Zutaten, die vor ihren Haustüren wachsen. Dabei heraus kommen Lieblings-Wacholderschnäpse für jeden Geschmack. So kommt der „Rouge Mosel Dry Gin“ aus dem Hause Wajos mit Wacholderduft und dem Aroma des roten Weinbergpfirsichs daher.
Auch im „Ginheimer“ überzeugt die moseltypische Frucht, unter anderem begleitet von handverlesenen Walnüssen vom Echternacher Hof in Kinheim.
Der „Hero Gin“ aus Minheim wiederum erhält seine Superkräfte durch die Zugabe von Wacholder, Zitronenschalen, Orangenschalen, Lavendel und zwei weiteren geheimen Botanicals – die vollständigen Rezepte werden niemals verraten. Die Flaschen mit dem roten Superheldenumhang machen auch optisch was her.
Mit Lokal-Kolorit überzeugt auch „Harrys Waldgin“. Das Gemeinschaftsprodukt von Sternekoch Harald Rüssel und Edelbrenner Hubertus Vallendar vereint die Aromen elf heimischer Kräuter und Waldgewächse aus Naurath/Wald bei Trier. Etwa von Wacholder, Fichtenwipfel, Schildampfer und Mispel. Das schmeckt man auch nicht alle Tage.
Gin mit der Königin der Trauben
Der Gin der jungen Brennerei „Die Schmiede“ zeichnet sich durch insgesamt 16 Zutaten aus. Darunter Riesling-Trauben vom steilsten Weinberg Europas, dem Bremmer Calmont.
Die edlen Rieslinge des Saarburger Weinguts Forstmeister Geltz-Zilliken bilden die Seele von „Ferdinand`s Gin“. Und auf der Zutatenliste des „Gin Elz!“ vom Springiersbacher Hof in Ediger-Eller stehen neben über 30 verschiedenen Botanicals frische Weinblüten von Riesling-Reben.
Klassisch wird Gin pur mit einer Scheibe Zitrone serviert. Doch oft wird er als Zutat in Longdrinks und in Cocktails genossen. Zum Beispiel im Negroni oder als prickelnder Gin Fizz. Die britische Queen Elisabeth II. huldigt dem Gin angeblich versetzt mit Dubonnet, einer Art Wermut. Und die Mutter der dienstältesten Monarchin der Welt soll sich täglich mindestens einen Gin Tonic genehmigt haben. Damit wurde die selige Queen Mum immerhin biblische 101 Jahre alt... God save the Gin!