Dein Stadterlebnis Konz
Modern und historisch
Konz ist eine moderne Stadt mit antiken Wurzeln, direkt am Zusammenfluss von Saar und Mosel gelegen. Hier gibt es einiges zu sehen und zu erleben!
Ideal ist auch, dass du ab Konz sehr gute Bahnverbindungen hast. So kannst du ohne Auto anreisen, bequem besondere Wein- und Architekturerlebnisse an Mosel & Saar genießen und auch ohne viel Aufwand die UNESCO-Welterbe-Stadt Trier besichtigen. Außerdem erhältst du bei der Wahl des richtigen Gastgebers ein Gästeticket, mit dem du freie Fahrt mit Bus und Bahn im Regionalverkehr hast.
Die Highlights auf einen Blick
Auf zur Stadtbesichtigung
Spuren der römischen Antike
Konz hieß in römischer Zeit “Contionacum”, also gar nicht so anders als heute. Durch die Siedlung verlief eine antike Fernstraße, die Trier mit Metz verband. Eine Römerbrücke führte über die Saar.
Oberhalb der Saarmündung befand sich eine spätantike kaiserliche Sommerresidenz. In den Sommermonaten des Jahres 371 nach Christus wurden in Konz nachweislich mehrere Erlasse des Kaisers Valentinian I. ausgefertigt und unterschrieben. Auch der römische Dichter, Gelehrte und Prinzenerzieher Ausonius erwähnte „kaiserliche Mauern“ oberhalb der Saarmündung.
Die Reste des Kaiserpalast findest du heute noch bei und in der Pfarrkirche St. Nikolaus oberhalb des Bahnhofes Konz-Mitte. Sein ursprüngliches Aussehen kannst du dir mithilfe von Augmented Reality vor Augen führen. Lade dir dazu einfach die kostenlose ARGO-App herunter.
Moderne Sakralarchitektur und Kunst
Auf dem Gelände des ehemaligen Kaiserpalastes steht heute die moderne Kirche St. Nikolaus. Sie wurde nach den Plänen des Schweizer Architekten Hermann Baur errichtet. In seinem Schaffen orientierte er sich am Neuen Bauen und der Neuen Sachlichkeit und prägte die Schweizer Architektur des 20. Jahrhunderts entscheidend mit. Baur verzichtete in seinen Sakralbauten auf den sonst üblichen rechtwinkligen Grundriss und entwickelte die Idee eines bewegten Kirchenraumes. In der Konzeption von St. Nikolaus verwirklichte er die Vision einer Kirche als „Zelt Gottes unter den Menschen“ und schuf auf diese Weise eine eindrucksvolle Raumwirkung. Die moderne Architektur Baurs tritt in einen spannenden Dialog zu den Werken des Künstlers Georg Meistermann, dessen abstrakt-geometrische Farbkompositionen aufgeladen sind mit metaphysischer Symbolik.
In der NS-Zeit zählten Meistermanns Werke zur „entarteten Kunst“. Nach 1945 fand er dann endlich die Anerkennung, die ihm zustand. Vor allem seine sakralen Wandbilder und seine Glaskunst erregten Aufsehen. Werke von Georg Meistermann kannst du auch in Wittlich sehen.
Lust auf eine Stärkung? Von der Kirche St. Nikolaus siehst du hinunter auf den schönen historistischen Bahnhof in Konz, der ein Restaurant-Café beherbergt.
Ehemaliges Kloster Karthaus
Die noch erhaltenen Gebäude des Klosters Karthaus zeugen von einer ehemals sehr großen, herrschaftlichen Anlage, die ab 1680 erbaut worden war. Hier lebten Kartäusermönche gemäß ihren Ordensregeln in sehr strenger Klausur. Ihre Zurückgezogenheit hinderte sie allerdings nicht daran, weitreichende Besitztümer anzuhäufen und zu verwalten.
Das Ende des Klosters kam mit den französischen Truppen unter Napoleon. Die Anlage wurde beschlagnahmt und an einen Trierer Unternehmer verkauft, der sie als Steinbruch nutzte.
Die ehemalige Klosterkirche dient heute als Pfarrkirche des Stadtteils Karthaus, das ehemalige Kloster als Kulturzentrum. Am besten besuchst du die Anlage mit der kostenlosen Lauschtour.
Freilichtmuseum Roscheider Hof
Von Kaiserpalast und herrschaftlichem Kloster zum Lebensraum einfacher Leute: Das Freilichtmuseum Roscheider Hof widmet sich dem Alltag der Menschen von etwa 1850 bis 1970 im Raum Mosel-Saar und den angrenzenden Mittelgebirgen.
Das Zentrum des riesigen Museumsgeländes bildet ein großer Vierseithof mit Dauer- und Sonderausstellungen. Dort gibt es unter anderem eine Schulklasse von 1912, eine gemütliche Dorfkneipe, ein Krämerladen sowie Ausstellungen zum Weinbau an Mosel und Saar, dem Weg vom Korn zum Brot oder zur Kulturgeschichte des Waschens. In einer großen Ladengasse siehst du verschiedene Geschäfte und kleine Gewerbeläden.
Über den Rosengarten im Biedermeierstil mit Sommerpavillon und Kräutergarten erreichst du das über 20 Hektar große Freigelände mit Häusern und Gehöften, die originalgetreu aufgebaut und entsprechend ihrer früheren Nutzung möbliert sind. Nach historischen Vorbildern sind Haus- und Obstgärten, Felder und Wege angelegt. Es gibt eine Vielzahl an interessanten Veranstaltungen.
Am Freilichtmuseum startet der rund 7 km langer Premium-Rundwanderweg “Moselsteig Seitensprung Konzer Höhenrunde”. Er ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern bietet auch schöne Aussichten.
Westwallmuseum Konz - Villa Gartenlaube
Diese kleine Bunkeranlage gehörte einst zum Westwall, den Adolf Hitler 1935 als Gegenstück zur französischen Maginot Linie in Auftrag gegeben hatte. Das privat geführte Bunker-Museum versteht sich als Mahnmal und will seinen Besucherinnen und Besuchern einen Eindruck von den Schrecken des Zweiten Weltkrieges für Soldaten wie für Zivilisten vermitteln.
Unsere Tipps für Familien
Das Konz Musik Festival
Ein musikalisches Highlight in der Region ist das Konz Musik Festival unter der künstlerischen Leitung des Pianisten Joseph Moog. Schwerpunkt des Festivals sind kammermusikalische Konzerte mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die im Kloster Karthaus sowie an verschiedenen Spielstätten im Umland aufgeführt werden.
Weingenuss in Kanzem
Die Saar hat bei Weinliebhabern einen sehr guten Ruf: Mit dem Scharzhofberger befindet sich eine der bekanntesten Riesling-Lagen der Welt an der Saar. Die Rieslingweine der Saar zeichnen sich durch Feinheit und Mineralität aus, gelten als besonders lagerfähig und überraschen oft nach Jahrzehnten noch durch ihre Frische.
Ein besonders schöner Ausgangspunkt für eine Weinentdeckung ist Kanzem. Von Konz aus erreichst du den kleinen Weinort bequem mit der Bahn – und direkt vor Ort erwarten dich zwei außergewöhnliche Weingüter, die Wein, Geschichte und Architektur auf besondere Weise verbinden.
Eines der beiden – das Weingut von Othegraven - gehört Günther Jauch, einem der bekanntesten deutschen Journalisten und Moderatoren. Seine Großmutter war eine Geborene von Othegraven. Schon als Kind verbrachte Günter Jauch viel Zeit in Kanzem an der Saar. Bereits seit 1805 befindet sich das Weingut im Besitz der Familie. In der Vinothek kannst du die Weine des Gutes entdecken und natürlich auch deine Lieblingsweine für zu Hause mitnehmen. Und wer weiß – vielleicht begegnest du bei deinem Besuch sogar dem Hausherrn persönlich.
Direkt daneben wird dir das Weingut und Gästehaus Cantzheim ins Auge fallen. Der elegante Barockbau war 1740 als Weingut eines Klosters errichtet worden. 2007 kaufte Georg Thoma das Anwesen und beauftragte den renommierten Schweizer Architekten Max Dudler mit der Renovierung des historischen Gutshauses und dem Bau von zwei ergänzenden Neubauten. Heute wird das spätbarocke Gutshaus von einer monolithischen Remise aus Stampfbeton und einer Orangerie aus Stahl und Glas flankiert.
Anna Reimann, die Tochter von Thoma, führt das Weingut Cantzheim überaus erfolgreich. Es ist nicht nur Träger des Nationalen Architekturpreises Wein 2022 und wurde 2021 als eine der schönsten Vinotheken Deutschlands ausgezeichnet. Auch die Weine werden von Kennern hoch gelobt. In der Vinothek kannst du edle Crémants und Weine genießen und erhältst auch süße und herzhafte Leckereien sowie Kaffeespezialitäten.
Wenn du dich für edle Weine und besondere Architektur interessierst, solltest Du dir auch unseren Blogbeitrag zu Wein & Architektur ansehen.
Ausflüge in die Umgebung
Trier
Die Stadt Trier mit ihrem UNESCO Welterbe ist mit dem Zug nur einen Katzensprung von Konz entfernt. Hier im Palastbezirk residierte Kaiser Valentinian I., wenn er nicht gerade unterwegs war, um die Grenzen zu sichern und Militärschläge zu führen. Die Konstantin-Basilika und die Kaiserthermen gehörten zu diesem Areal, und der Dom als imposantes frühchristliches Gotteshaus befand sich ganz in der Nähe.
Wenn du dich besonders für moderne Architektur interessierst, sieh dir die Bauwerke Oswald Mathias Ungers an: Er gestaltete den Vorplatz der Konstantin-Basilika, konzipierte den gigantischen Glaskubus der Thermen am Viehmarkt als „Schaufenster in die Stadtgeschichte“ und plante einen monumentalen neuen Eingangsbereich zu den Kaiserthermen.
Für weitere Infos kannst du dir unseren ausführlichen Trier-Tipp ansehen.
Tempel und Vicus Tawern
Wenn du mit dem Bus oder dem Auto von Konz aus Richtung Saarburg fährst, erreichst du den Ort Tawern, in dessen Namen noch das lateinische „tabernae“ nachklingt. Es bezeichnete eine Straßensiedlung, und tatsächlich findest du im Ort noch Siedlungsreste aus der Römerzeit. Im Wald bei Tawern erwartet dich sogar eine rekonstruierte Tempelanlage, in der Reisende um den Schutz der Götter bitten konnten.
Auf dem Metzenberg bei Tawern wurde mitten im Wald eine große römische Tempelanlage entdeckt und eindrucksvoll rekonstruiert. Zusätzlich gibt es auch hier Augmented Reality von ARGO. Du wanderst von einem Wanderparkplatz aus durch den Wald und bist quasi mittendrin in die Römerzeit!
Im Ort Tawern selbst siehst du die Überreste der römischen Siedlung, zu der die Tempelanlage einst gehörte.