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Festival der Trierer Unterwelten: "Gewölbekeller, Resonanzräume und Kohlenbunker"

Vom 29. Oktober bis 21. November 2026 macht das Trierer Unterwelten-Festival das Verborgene sichtbar. In mehr als 100 Veranstaltungsterminen treffen Geschichte und Gegenwart, Kunst und Kulinarik, Theater und Tanz, Musik und Magie aufeinander. Der Vorverkauf startet am Freitag, 28. August, um 0:00 Uhr.

Unter der Erde gelten andere Regeln als im lichten Alltag. Die düstere Abgeschiedenheit bietet Raum, das Gewohnte zu hinterfragen und neu zu betrachten. Diese Chance nutzt die bühne1 mit „You better Work, Bitch! Ein Triptychon“. Drei Kurzinszenierungen fragen danach, was Arbeit mit Körpern, Biografien und Vorstellungen von Zukunft macht – und was geschieht, wenn aus Selbstverwirklichung Erschöpfung wird. Anschließend richtet sich der Blick auf jene Arbeit, die auch hinter dem Unterwelten-Festival selbst häufig unsichtbar bleibt: In einem Publikumsgespräch werden die Bedingungen thematisiert, unter denen freie Künstler*innen in Trier und der Region produzieren. Für ein Festival, dessen Vielfalt wesentlich von einer lebendigen freien Kulturszene getragen wird, ein spannender Blick in die Tiefe.

Dass ausgerechnet Luft im ehemaligen Kohlebunker der Universität Trier zum Thema wird, gehört zu den schönsten Widersprüchen des diesjährigen Programms. Die historische Heizkraftzentrale des früheren französischen Militärkrankenhauses ist heute als „generator“ ein Medienkunstlabor. Bei „Vom Kraftwerk zum Kunstraum“ lässt sich noch ablesen, wie Kohle, Technik und Wärmeversorgung den Ort geprägt haben. Wenige Tage später richtet „Kunst im Kohlebunker“ mit Arbeiten von Steffi Lindner und Edith Kollath den Blick dagegen auf das Unsichtbare: Atem, Atmosphäre, Bewegung und Luft als Ressource. Wo früher Energie produziert wurde, wird heute darüber nachgedacht, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen – gedanklicher Tiefgang garantiert.

An anderer Stelle führt der Gang in die Tiefe wortwörtlich sehr weit hinunter. Bei „Die Mosel – unterirdisch“ geht es am Moselkilometer 195,7 unter den Fluss und in eines der Moselkraftwerke, bevor die Route über St. Medard, St. German und St. Matthias bis auf römisches Stadtniveau in der Albana-Gruft führt. Das antike Gräberfeld unter St. Maximin, die Ausgrabungen unter der Dom-Information und unter der Konstantin-Basilika öffnen weitere historische Schichten einer Stadt, deren heutiges Straßenniveau vielerorts buchstäblich auf ihrer eigenen Vergangenheit ruht.

Aber nicht jede Unterwelt verlangt festes Schuhwerk. Andere benötigen vor allem offene Ohren und musikalisches Interesse. Der Kammerchor Portavoci spannt bei „Sounds of Heaven and Hell“ einen A-cappella-Bogen zwischen Himmel und Hölle; „TRIO: Antri Sonori“ schickt Klarinette, Violoncello und Klavier durch unterschiedliche musikalische Epochen. Bei „Abgründe – William Shakespeare“ verdichten Claudia Dylla und Steffen Sauer Szenen aus „Hamlet“, „Macbeth“, „Romeo und Julia“ und anderen Werken mit Musik zu einer Reise durch die dunkleren Winkel menschlicher Leidenschaften. Andernorts wird der Untergrund zum Jazzclub: Bei „The Underground Savoy“ lässt der Lindy Hop Circle Trier gemeinsam mit der Band Lenox Avenue die Energie jener Swingkultur aufleben, die Ende der 1920er-Jahre im New Yorker Harlem entstand.

Auch der Genuss darf im Untergrund nicht zu kurz kommen. Beim „Grande Finale der Sinne“ treffen edelsüße Weine auf charaktervolle Käsesorten und zeigen, wie eigenständig sich auch Kulinarik im Untergrund erzählen lässt. Bei „Johann Sebastian Bacchus“ wird wiederum daran erinnert, dass Bach, Beethoven und Brahms nicht nur Noten, sondern offenbar auch Wein zu schätzen wussten. Dazu kommen Weinreisen, Sektproben, ein Winzer-Battle zwischen Mosel und Rheinhessen und das inzwischen etablierte Live-Hörspiel „Weine, Geister, Kellermeister“ um die erste Äbtissin Modesta.

Tickets und Anmeldungen für die Veranstaltungen des Trierer Unterwelten-Festivals sind ab Freitag, 28. August 2026, um 0:00 Uhr erhältlich. Programminformationen und Ticketlinks finden Sie unter https://www.trier-info.de/highlights/trierer-unterwelten. Die Lange Nacht der Unterwelten findet am 14. November statt; ihr Vorverkauf startet separat am 1. Oktober.

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