Die Ehrenburg

Zu Gast im Mittelalter

Die Ehrenburg verzaubert! Heute so wie früher. Ob nun mit Gauklertagen, Wettbewerben im Bogenschießen oder der höfischen Tafeley. Dieser mittelalterliche Tummelplatz wirbt zu Recht damit, eine lebendige Burg zu sein. VON CARMEN SADOWSKI.

Die Mosel ist ein magischer Fluss. Fast hinter jedem Gemäuer und jedem Weinberg am Ufer steckt eine Geschichte, die seit Hunderten von Jahren weiterzählt wird. Als im Wortsinn herausragende Schauplätze vieler Sagen präsentieren sich die trutzigen Burgen, von denen die Ehrenburg wohl die umtriebigste ist. Ein Gespenst namens Stiller Heinrich soll es dort geben. Doch schon die Entstehungsgeschichte rund um eine geheimnisvolle Kussnische ist legendär. Aber das ist längst nicht der einzige Grund, der Scharen von begeisterten Mittelalterfans in die Hunsrückwälder bei Brodenbach treibt.
 

Mittelalterliches Spektakel

An an allen Sonn- und Feiertagen von Ostern bis Allerheiligen wird in den Höfen und Bastionen geschmiedet, getöpfert oder duftendes Fladenbrot gebacken. Stilecht gewandete Mägde reichen Getränke, Katapulte werden abgefeuert. Lautenklänge liegen in der Luft, der Küchenmeister brutzelt Leckeres über prasselndem Feuer. „Lebendige Burg“ nennt sich das Spektakel in dem historischen Gemäuer, das seit über 860 Jahren auf einem Felssporn über dem Ehrbachtal thront.

Kulturgut Ehrenburg

Im Schutze des wehrhaften Burgfrieds erliegen große und kleine Besucher dem Zauber der Ehrenburg. Dafür setzt sich der gemeinnützige Freundeskreis der Ehrenburg ein. „Damit die Burg als ein wichtiges Zeugnis unserer Geschichte der Nachwelt erhalten bleibt, kümmert sich der Verein seit 1992 um die Restaurierung und den Aufbau“, erklärt Geschäftsführerin Ann-Christin Schlaug.
Denn wie so viele andere Burgen an der Mosel sprengten französischen Truppen 1689 auch Teile der Ehrenburg in die Luft. Die Ruine wurde Stück für Stück wieder aufgebaut und so eingerichtet, dass man sich zwischen antiken Möbeln und Ahnenportraits tatsächlich in einer Ritterburg wähnt.

Hotel mit echten Kemenaten

Man kann sogar wie einst die edlen Damen und Herren in einer der dreizehn historischen Kemenaten übernachten - moderner Komfort mit Dusche und Heizung inbegriffen. Wer es naturnäher schätzt, der wählt die Übernachtung im mittelalterlichen Reisewagen. 

 

Mittelalterliche Handwerkskunst

Es gibt viel zu erleben, auch wenn man kein Hotelgast ist. Von Ostern bis Allerheiligen laden die Herren von Ehrenburg ein zum sonntäglichen Burgentreiben mit Handwerk und ganz viel Spaß. Zudem zelebrieren Minnesänger und Spielerleute rund ums Jahr spezielle Themenfeste. Etwa das Hexenfest am 1. Mai oder die Gauklertage Anfang Oktober. „Uns geht es darum, Besucher in eine längst vergangene Zeit zu führen und das Mittelalter möglichst authentisch erlebbar zu machen“, erklärt die Geschäftsführerin. Und das gelingt. Sei es beim Backen mit Kräutern, die damals zur Verfügung standen oder dass man beim Bogenschießen selber merkt, wie schwer es doch ist, mit den Pfeilen zu treffen. Es ist ein echter Mittelaltertraum, fernab vom Rest der Welt.

Krimidinner und Kabarett

Zwar richtet sich das Programm besonders an Familien mit Kindern. Aber auch klassische Literatur, alte und neue Musik oder Kabarett werden bei den regelmäßig stattfindenden Kulturkleinodien in Szene gesetzt. Dann dienen der Rittersaal, Gewölbe oder der Bergfried als Bühnen. Etwa für die Sage der Nibelungen. Oder den Erlkönig hoch zu Ross. Und beim Krimidinner präsentieren Schauspieler und Küchenmeister Gaumen- und Ohrenschmaus nach alter Rezeptur.

Heiraten auf der Ehrenburg

Paare können sich auf der Burg das Ja-Wort geben. Spätestens dann kommt die Legende von der Kussnische ins Spiel. Denn der Sage nach traf an diesem Platz einst ein Ritter auf ein bezauberndes Fräulein. Die beiden verliebten sich auf der Stelle unsterblich ineinander. Weil der Edelmann so glücklich war, beschloss er, genau auf diesem Felsen eine Burg zu errichten. Und dann das: Beim Roden kam eine uralte Stele zutage, deren Inschrift – so steht es geschrieben - das Glück der beiden und sogar den Bau einer Burg prophezeite. Seitdem wird erzählt, dass Paare, die sich in der Kussnische küssen, für immer zusammen sein werden.

 

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