Der Egbert-Codex. UNESCO Weltdokumentenerbe.

Strahlendes Juwel der mittelalterlichen Buchkunst!


„Zentrales Hauptwerk der ottonischen Epoche“ – „ältester und umfangreichster Bilderzyklus zum Leben Jesu“ – Der sogenannte „Egbert-Codex“ zählt völlig zurecht zu den Schätzen der Menschheit.

Die uralte Handschrift für Erzbischof Egbert stammt aus einer Zeit, als langsam die ersten Burgen aus Stein gebaut wurden, und diese Burgen sind inzwischen meist schon wieder zerstört worden. Aber das zerbrechliche Pergament der Handschrift hat sich bis heute erhalten. Die Farben leuchten und das Gold glänzt fast wie in alter Zeit.

Als es noch keinen Buchdruck gab, konnten Bücher nur durch Abschreiben vervielfältig und verbreitet werden. Eine mühselige Arbeit, die Mönche übernahmen, und sie versahen viele Handschriften nicht nur mit Text, sondern auch mit kunstvollen Miniaturmalereien. In der Schönheit der Kunst sahen sie einen Widerhall der göttlichen Schönheit, und das war für sie natürlich ein ganz besonderer Ansporn.

Wenn man die Bilder im Egbert-Codex genau betrachtet: Scheinen sie nicht wirklich etwas von der „göttlichen Schönheit“ widerzuspiegeln?

Sehr berühmt für seine Buchmalerei war das Kloster Reichenau am Bodensee, und dort gab der kunstsinnige wie gebildete Trierer Kurfürst Egbert vor über 1.000 Jahren diese Handschrift in Auftrag. Beteiligt waren aber auch Künstler aus Trier.

Das sogenannte Perikopen-Buch enthält einzelne Abschnitte der Evangelien, so wie sie im Lauf des Kirchenjahres in der Messe gelesen wurden. In den Text eingestreut sind unter anderem 56 Szenen aus dem Leben Jesu.

Egbert stammte aus vornehmem niederländischem Adel und war circa 27 Jahre alt, als er Erzbischof wurde. Vorher hatte er eine sehr gute geistliche Erziehung genossen und war dann an den kaiserlichen Hof berufen worden – dorthin, wo alle politischen Fäden Europas zusammenliefen und wo sich die geistige Elite des Reiches traf. Einen inspirativeren Ort konnte es für einen gebildeten jungen Menschen kaum geben. 976 ernannte ihn Otto II. zum Kanzler und nur ein Jahr später zum Trierer Erzbischof.

Der ottonische Sinn für Kunst und Kultur prägte Egbert tief, und als er 993 im Alter von etwa 48 Jahren starb, hinterließ er eine ganze Reihe von Handschriften und anderen Kulturschätzen, die in seinem Auftrag gefertigt worden waren.

Leider sind heute nur wenige davon erhalten - und noch wenigere sind in Trier geblieben. Aber nach über 1.000 Jahren ist das auch kein Wunder.
Der Egbert-Codex wird in der Schatzkammer der Stadtbibliothek ausgestellt. Weitere Kostbarkeiten aus der Amtszeit des Erzbischofs sind der Andreas-Tragaltar und die Goldhülle für die Nagel-Reliquie im Trierer Domschatz. Sieh sie dir dort an!

Die Schatzkammer der Stadtbibliothek kannst du übrigens auch online besuchen!

 

Spannend zu besichtigen...

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