Dein Kultur- & Genusserlebnis an der Untermosel!

Uraltes Kulturland mit viel Sehenswertem

Untermosel oder Terrassenmosel - So nennt man das letzte Drittel des Flusstals vor Koblenz, bevor die Mosel in den Rhein mündet. Hier ist das Tal deutlich tiefer eingeschnitten als in den anderen Flussabschnitten. Vielfach sind die Hänge so steil, dass die Reben nur auf schmalen, durch Trockenmauern gesicherten Terrassen Platz finden. Daher auch der Name. In dieser uralten Kulturlandschaft gibt es eindrucksvolle Kulturdenkmäler zu entdecken. Und natürlich musst du unbedingt auch den Wein probieren, der hier an diesen Steilhängen wächst!

Traditionelle Winzerdörfer

Straßenansicht einer Fachwerkkulisse mit Radfahrern

Wo das Tal eng ist, finden die Menschen natürlich wenig Platz für Siedlungen. Gerade das macht den Reiz der Moseldörfer aus! Auf kleinen Grundstücken baut man in die Höhe. Schöne Fachwerkfassaden wachsen über die Gassen. Enge Freiflächen öffnen sich. Wer kann, pflegt ein kleines Gärtchen und lässt Weinreben am Haus hochranken. Die eng gebauten, schmalen Fachwerkhäuser säumen schmale Straßen und Gassen, die auf direktem Weg in die Weinberge führen. Eigentlich ist das, was uns heute so idyllisch erscheint, eine Zweckarchitektur. Besitztümer an der Mosel garantierten nämlich Adel und Kirche einen regelmäßigen Zugang zum Moselwein, der als „Zehnter“ erbracht werden musste. Viele Winzer (nicht alle) waren Leibeigene und erhielten ihre Höfe in Erbpacht. Klar, dass nach Vorstellung und Geldbeutel der Grundherren gebaut wurde: Optimale Funktionalität stand im Vordergrund. Klangvolle Namen wie „Echternacher Hof“ oder „Springiersbacher Hof“ erinnern noch heute an die alten Besitzverhältnisse.

 

Kobern-Gondorfs besondere Sehenswürdigkeiten

Schlossgebäude mit Durchgangstunnel für Bundesstraße

Eine wichtige Station an der Terrassenmosel ist Kobern-Gondorf. Dir werden sofort die vielen Schlösser und Burgen ins Auge fallen! Kurios ist Schloss von der Leyen direkt an der Mosel, durch das du hindurchfährst, wenn du aus Richtung Cochem kommst. Früher war es ein Wasserschloss, heute wird es von der B 416 und der Eisenbahn durchschnitten. So wenig Platz ist hier im Tal, dass die Verkehrsinfrastruktur einfach nicht vorbeigeführt werden konnte! Im Burginnern sind ein Weinmuseum und Katasterbestände des Landeshauptarchivs Koblenz untergebracht.

Hoch über Kobern siehst du die Ruinen von Ober- und Niederburg. Am Ortsausgang Richtung Koblenz gibt es außerdem noch Schloss Liebig, eine schöne Event-Location und Firmensitz eines Catering-Unternehmens.
 

Nun aber zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten:

In der Kirchstraße 1 findest du das älteste an Ort und Stelle vollständig erhaltene Fachwerkhaus in Deutschland! Das Haus konnte dendrochronolgisch auf 1320/21 datiert werden. Früher fungierte es als Hofhaus der Trierer Abtei St. Marien. Mit rund 120 km Entfernung ganz schön weit weg! Bummle einfach durch den historischen Ortskern und sieh dir auch die übrigen alten Gebäude an, wie den alten quadratischen Bruchsteinturm, der einst zu einem Burghaus der Romilian von Kobern gehörte (Peterstraße 4).

Ansicht auf die Matthiaskapelle in Kobern-Gondorf.

Eine besondere mittelalterlich Kostbarkeit ist die spätromanische Matthiaskapellein der Oberburg- der oberen Burgruine hoch über Kobern-Gondorf. Das architektonische Juwel wurde wohl vor rund 800 Jahren als Aufbewahrungsort für die Kopfreliquie des Apostels Matthias errichtet und zählt heute zu den kunstvollsten Werken spät-staufischer Architektur im Rheinland.

Die Matthiaskapelle, die beiden Burgruinen, der romanische Glockenturm der Pfarrkirche St. Lubentius und der Kreuzweg bilden zusammen mit den steilen Weinbergen und ihren bis zu 1.000 Jahre alten Weinbergsmauern ein sehr malerisches Bild! Und du hast eine wirklich tolle Aussicht ins Tal!

Unsere Einkehrtipps

Auf dem Weg zur Oberburg kommst du automatisch an der Alten Mühle Thomas Höreth vorbei. Genau die richtige Adresse zum Einkehren! Sie ist rund 1.000 Jahre alt und sehr liebevoll restauriert worden. Aufgetischt wird eine frische moselländische Küche, dazu kulinarische Klassiker und Wildgerichte aus der nahen Umgebung.

Rund 6 km weiter Richtung Koblenz kommst du zur Halferschenkein Dieblich, wo ursprünglich die hart arbeitenden Halfer verköstigt wurden, die auf den Treidelpfaden entlang der Flüsse schwere Kähne zogen. Heute empfangen dich hier Carina und Christoph Schmah, die dir mit einer französisch inspirierten Küche und wertvollen regionalen Zutaten echtes Feinschmeckerniveau bieten. Und dies gemäß der Tradition der Halferschenke in einer ungezwungenen und herzlichen Atmosphäre.
 

Hier solltest du Wein probieren!

Nach so vielen historischen Gemäuern wird es wieder Zeit, einen Ausflug in die Moderne zu unternehmen! Am besten beim Weinprobieren. Einige Winzerfamilien haben in neue Weinarchitektur investiert, die auf gelungene Weise die historischen Bautraditionen in die Moderne überführen.

Thekenbereich einer Vinothek mit hohen Decken und Glasfront

So zum Beispiel Martin und Gaby Dötsch vom Weingut Dötsch-Haupt: Sie bewirtschaften steile Weinbergsparzellen in Koberner Spitzenlagen. Sämtliche Arbeiten müssen per Hand erledigt werden. Hilfe bietet nur die Monorackbahn, die sich auf einer Schiene durch die Reben schlängelt. In jahrhundertealteralter Tradition entstehen hier moderne Weine, die dir sicher schmecken werden (Lennigstraße 38, Kobern-Gondorf).

Ansicht auf das Weingut Leo Fuchs in Pommern.

Die Römer waren es, die den Weinbau vor rund 2.000 Jahren an der Mosel einführten. Sie waren es wohl auch, die dem 450-Seelen-Weindorf Pommern einst seinen Namen gaben: Pomaria, was auf Deutsch „Obstgärten“ heißt. In der Hauptstraße 3 findest du dort das Weingut Leo Fuchs, das nicht nur ausgezeichnete Weine produziert. Die gelungene Kombination aus alter Bausubstanz und neuer Architektur brachte ihm vor einigen Jahren sogar den „Architekturpreis Wein“ ein.

Theken- und Sitzbereich einer Vinothek mit modernem Holzinterieur

Unser nächster Tipp führt dich nach Winningen zum herrschaftlichen Weingut Freiherr von Heddesdorff, das heute von Familie von Canal geführt wird (Am Moselufer 10). Das dreigeschossige Stammhaus mit den markanten Rundtürmen ist ein Blickfang und zählt mit über 900 Jahren zu den ältesten Gebäuden im Winzerdorf. Auch hier findest du eine moderne Vinothek und sehr moderne Weine!

Übrigens: In Winningen wurde 1868 August Horsch, der Autopionier und Gründer der Horch- und Audi-Werke, geboren. Das Museum Winningen widmet ihm eine Ausstellung, die interessanterweise genau in dem Schulraum zu sehen ist, in dem er auch unterrichtet wurde.

Kunsttage Winningen

Vor über zehn Jahren zum ersten Mal veranstaltet, sind die als Biennale ausgerichteten Kunsttage Winningen zwischenzeitlich eine feste Größe im Kulturleben der Region, die weit über deren Grenzen hinaus strahlt. Gezeigt wird anspruchsvolle moderne Kunst international renommierter Künstlerinnen und Künstler in einem kleinen, aber äußerst engagierten Weindorf, unterstützt von Schirmherrin Prof. Dr. Beate Reifenscheid, der Leiterin des Ludwig Museums in Koblenz. Der nächste Termin ist vom 6. bis 8. Mai 2022!

Spaziergang zur Burg Eltz

Wenn du durch die Terrassenmosel fährst, blickst du immer wieder auf alte Burgruinen. Wenn es dich interessiert, mehr über sie zu erfahren, dann lies dir unsere ausführlichen Storys und Ausflugstipps durch!

Gesamtansicht von Burg Eltz

Besonders sehenswert ist die Burg Eltzin einem Seitental der Mosel. Im Vergleich zu vielen anderen Burgen hat sie alle Kriege unbeschadet überstanden und ist seit rund 850 Jahren in Familienbesitz! Kein Wunder, dass sie ein sehr beliebtes Motiv bei Instagram ist. Burgherr ist derzeit Dr. Karl Graf und Edler Herr von und zu Eltz-Kempenich, genannt Faust von Stromberg. Architektur und Inneneinrichtung von Burg Eltz führen dich auf eine eindrucksvolle Zeitreise durch die Jahrhunderte. Es gibt Kunstschätze, Gold- und Silberarbeiten von Weltrang! Du kannst von Moselkern aus hin spazieren: Der Wanderpfad beginnt an der Ringelsteiner Mühle in Moselkern und führt mit leichter bis mittlerer Steigung am Elzbach entlang durch das Naturschutzgebiet Eltzer Wald bis hin zur Burg Eltz (2,5 km, 35 Minuten).

 

Modedesign in Moselkern

In Moselkern (Oberstraße 3) setzt sich Brigitte Pappe für nachhaltiges Mode-Design ein, für das sie auch gerne alte Kleidungsstücke als Grundlage nutzt. Daraus entstehen Einzelstücke, die Ressourcen schonen und rationell verarbeitet werden. Ihre Spezialität: Moseltweed aus Merinowolle, überwiegend von Moselschafen gewonnen. Wenn du dich für nachhaltige Designer-Mode interessierst, dann solltest du ihr Atelier besuchen!

Alter Stiftsbezirk in Treis-Karden und keltisch-römischer Martberg

Ansicht auf die Tempelanlage Martberg in Treis-Karden

Von Moselkern ist es nicht mehr weit bis nach Treis-Karden. Entstanden ist der Ortsteil Karden aus der römischen Straßensiedlung vicus cardena, die über ein ausgedehntes Töpferareal verfügte. Sie lag an einer Römerstraße und wichtigen Furt über die Mosel. Außerdem profitierte cardena von einem keltisch-römischen Bergheiligtum, das du noch heute auf dem nahen Martberg besichtigen kannst. Der Tempelbezirk wurde teilweise rekonstruiert und ist von Karden aus über den Lenus-Mars-Wegerreichbar (ca. 3 km). Alternativ gibt es einen Zufahrtsweg vom benachbarten Pommern aus.

Ansicht auf die Stiftskirche St. Castor in Treis-Karden.

Der Ort wurde bereits in römischer Zeit christianisiert, und zwar von Castor, einem Schüler des Trierer Bischofs Maximin. Später wurde er heiliggesprochen und gab sowohl der Koblenzer Kirche St. Kastor als auch dem mittelalterlichen Stiftsbezirk in Karden seinen Namen. Die alte Stiftskirche ist weithin sichtbar, und du solltest sie unbedingt besuchen! Hier findest du nicht nur den alten Schrein mit den Gebeinen von St. Kastor, sondern auch einen sehr schönen Dreikönigsaltar aus Terrakotta, der wohl um 1420 entstanden ist. Und es gibt noch weitere qualitätsvolle Kunstwerke zu sehen!

In einem ehemaligen Stiftsgebäude, das sich direkt an den Kreuzgang anschließt, ist ein kleines, aber feines Stiftsmuseumuntergebracht, in dem sowohl Funde aus dem römischen Tempelbezirk auf dem Martberg als auch sakrale Schätze aus dem Stiftsbezirk gezeigt werden.

Zum Stiftsbezirk:

Ansicht auf den Moselort Treis-Karden.

Bereits an der Wende vom 9./10. Jahrhundert gab es in Karden ein sog. Archidiakonat, das für die untere Mosel zuständig war. Dieses Archidiakonat übernahm für den Bischof in Trier wesentliche Verwaltungsaufgaben und wurde von einem Archidiakon geleitet. Dieser war auch gleichzeitig der Propst des Kardener Stifts. In diesem Stift waren Geistliche zusammengeschlossen, die seelsorgerisch Tätigkeiten in den Gemeinden ausübten. Sie lebten allerdings nicht in einer Klostergemeinschaft, sondern bewohnten eigene Häuser innerhalb des Stiftsbezirkes, die noch heute zum großen Teil erhalten sind. Dazu zählen die ehemalige Stiftsschule, mit gotischen Wandfresken vom Ende des 15. Jahrhunderts (Aufnahmen dieser Fresken sind im Stiftsmuseum zu besichtigen) und das Burghaus, Amtssitz des kurtrierischen Schultheißen aus dem Jahr 1562. Du findest sie vor allem am Buttermarkt, in der Stiftsstraße und in der St. Castor-Straße. Spaziere einfach durch den historischen Ortskern und sieh dir die alten Häuser an!

Architektonisch bemerkenswert ist die ehemalige Propstei, das sogenannte Haus Korbisch (abgeleitet von „Chorbischof“, St. Castor-Straße 1). Sie wird auf die Zeit um 1207/08 datiert. Das Besondere an diesem Bauwerk: Es handelt sich um die Kombination aus einem mittelalterlichen Wehr- und Wohnturm und einem normalen Wohnhaus. Beim Turm siehst du noch den hoch gelegenen Eingang, der sehr hilfreich war, wenn man sich bei feindlichen Angriffen verschanzen wollte. Der eigentliche Wohntrakt ist vorgelagert. Im Untergeschoss befand sich wohl eine Küche, im Obergeschoss ein großer saalartiger Raum. Das erinnert an den Palas von Pfalzen und Burgen!

Unser Einkehrtipp in Karden: Schloss-Hotel Petry in der St.-Castor-Straße 80.

 

Ausflug nach Koblenz

Wer an den Namen "Koblenz" hört, denkt meist zuerst an das Deutsche Eck und die Festung Ehrenbreitstein, also an Monumentales und Historisches. Die Stadt hat aber noch viel mehr zu bieten. Unternimm einfach einen Tagesausflug nach Koblenz, denn von der Untermosel aus ist es bis Koblenz nicht weit.

Unser Tipp: Übernachte im Weingut!

Wie wäre es zum Beispiel mit dem Weingut Fries in Löf-Kattenes? Von außen wirkt das Gebäude eher traditionell. Betrittst du aber das Innere, findest du dich in einem Interieur wieder, das historisches Erbe und modernes Design auf interessante Weise verbindet. Zur Übernachtung stehen geschmackvoll eingerichtete Gästezimmer bereit. Die hauseigenen Weine wie auch die Gerichte aus der Winzerküche werden in der rustikalen Weinstube mit Holzvertäfelung oder auf der Sonnenterrasse serviert. Von hier aus hast du einen schönen Blick auf Burg Thurant!

Ansicht auf zwei Gläser mit Weißwein auf einem dekorierten Tisch.

Eine schöne Alternative ist der Winzerhof Gietzen in Hatzenport. Maria und Albrecht Gietzen sind sehr engagierte Gastgeber, die sich der Region besonders verbunden fühlen.

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20.05.2022
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27.05.2022

Nachhaltig unterwegs

Alle Tipps, die wir dir hier geben, sind bequem mit der Bahn zu erreichen. Das ist nachhaltig, spart Ressourcen und ist auch echt praktisch, wenn du Wein trinken und nicht zu sehr auf die Promille achten möchtest!

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